Presseberichte

Berliner Morgenpost, 6. März 2007, Theater

Mitte dreißig, lebt Petra von Kant allein in ihrer Kölner Wohnung, umsorgt vom schweigsamen Faktotum Marlene. Nach zwei Ehen ist die erfolgreiche Modeschöpferin schwer enttäuscht von den Männern. Als ihre alte Freundin Sidonie von Grasenabb mit einer Bekannten auftaucht, verfällt Petra der jungen, attraktiven Karin sofort. Das Arbeitkind mit geringer Bildung sieht in der lesbischen Liebe eine Aufstiegschance.

Das Theater der Letzten spielt Boris Vians Die Reichsgründer oder Das Schmürz

Der 1959 früh verstorbene französische Autor Boris Vian ist vielen in Deutschland nur durch seine surrealistischen Romane bekannt - wie etwa durch Der Schaum der Tage, in dem Vian einen guten Freund und Geistesverwandten als aufgeblasenen Medienstar Jean-Sol Partre auftauchen läßt. Wie dieser hat er aber auch großartige Theaterstücke geschrieben - und sie wirken heute in ihrer leichtfüßigen Hintergründigkeit zeitgemäßer als der trockene Stoff des Existenzialisten. Wer auf dem gerade beendeten Berliner Theatertreffen begeistert war von der Mischung aus Boulevard und skurriler Absurdität des jungen Autors Händl Klaus (Dunkel lockende Welt, Münchner Kammerspiele), der erkennt in Vian einen direkten Vorläufer - mit mehr Tiefgang.

Aktuelles Projekt